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30 Jahre
 
 
 

1977 bis 1985

Gründung des Mildred Scheel Kreises - die Deutsche Krebshilfe verstärkt ihre Förderaktivitäten

Bald nach der Gründung der Deutschen Krebshilfe zeichnet sich ab, dass es viele Menschen gibt, die auch nach außen ihre Verbundenheit mit der Organisation zeigen möchten. Die Deutsche Krebshilfe gründet deshalb einen Förderverein, den Mildred Scheel Kreis. Bereits Ende 1975 zählt der Kreis 3.250 Mitglieder. Zwei Jahre später, am 7. November 1977, erhält der Mildred Scheel Kreis den Status eines eingetragenen Vereins. Ihm gehören zu diesem Zeitpunkt bereits mehr als 50.000 Menschen an.

Die ersten Fördermaßnahmen sind exemplarisch für die drei Arbeitsfelder der Deutschen Krebshilfe: Helfen. Forschen. Informieren. Die Deutsche Krebshilfe entwickelt sich innerhalb kurzer Zeit zu einer der größten Bürgerinitiativen Deutschlands.

Im Mittelpunkt aller Förderprojekte steht immer der Mensch. Eine Humanisierung der Krebstherapie ist Mildred Scheel stets ein Anliegen. „Denn die Seele des Patienten braucht genauso viel Hilfe wie sein Körper“, betont die Ärztin. So halten Themen Einzug in die deutsche Krebs-Medizin, die ohne die Initiative der Deutschen Krebshilfe gänzlich vernachlässigt worden wären. Dazu gehören unter anderem die Krebs-Selbsthilfe, die Psycho-Onkologie und die Palliativmedizin. Mildred Scheel ist immer wieder die treibende Kraft, die in der Deutschen Krebshilfe neue Impulse setzt. Dabei stehen ihr kompetente Fachleute zur Seite, die Anträge und Projektskizzen kritisch prüfen. Der Medizinische Beirat gründet sich 1976. Er ist insbesondere für medizinisch-klinische Maßnahmen zuständig. Ein weiteres Gremium, der Wissenschaftliche Beirat, wird 1980 ins Leben gerufen und befasst sich mit der Forschungsförderung durch die Dr. Mildred Scheel Stiftung für Krebsforschung. Gutachten externer Fachleute ergänzen die Entscheidungen der beiden Beiräte. Die Arbeit dieser Gremien hat im Laufe der Jahre stetig zugenommen und verdeutlicht, welche Entwicklung die Deutsche Krebshilfe in den vergangenen 30 Jahren vollzogen hat: Stehen für Maßnahmen zur Verbesserung der Versorgung krebskranker Menschen sowie für die Forschungsförderung Anfang der achtziger Jahre 10 Millionen Euro zur Verfügung, sind es im Jahr 2003 über 50 Millionen Euro.

Das Förderspektrum der Deutschen Krebshilfe ist breit gefächert. Schwerpunkte sind von Beginn an der modellhafte Aufbau von Tumorzentren und onkologischen Schwerpunkt-Krankenhäusern, die Unterstützung der Kinderkrebs-Medizin sowie die Forschung. Auf dem Gebiet der Krebsforschung ist die Deutsche Krebshilfe heute die bedeutendste private Förderorganisation in Deutschland.

Die Beiräte stehen als Garanten für die Qualität der Arbeit und das Ansehen der Deutschen Krebshilfe. Beharrlich hält Mildred Scheel an ihrer Vision fest. Sie kämpft für ihr Lebenswerk. In zahlreichen öffentlichen Aufrufen appelliert die Präsidentengattin an die Bürger, Verantwortung zu übernehmen im Kampf gegen den Krebs. „Der Krebs und seine Bekämpfung sind nicht nur eine Herausforderung an Wissenschaftler, Ärzte, medizinisches Fachpersonal und – nicht zuletzt – an den Staat. Der Krebs, als die letzte große Seuche der Menschheit, ist auch eine Herausforderung an uns alle“, sagt sie 1977 in der Wochenzeitung „Die Zeit“. Die Bevölkerung schenkt ihr Gehör und Vertrauen. Die Zuwendungen – Einzelspenden, Mitgliedsbeiträge des Mildred Scheel Kreises, Erlöse aus Veranstaltungen, Erbschaften und Vermächtnisse, Trauerfallspenden und Bußgelder – steigen kontinuierlich an. Zehn Jahre nach ihrer Gründung verfügt die gemeinnützige Organisation über eine Jahreseinnahme von rund 15 Millionen Euro. Der Verein ist jetzt fester Bestandteil des deutschen Gesundheitswesens.

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